Handelsregister — steht der Name schon irgendwo eingetragen?
Der erste Check gilt dem Handelsregister: Über das gemeinsame Registerportal der Länder unter handelsregister.de lässt sich kostenlos nach bereits eingetragenen Firmen suchen. Das Registergericht prüft bei einer Neueintragung vor allem, ob am selben Ort schon ein identischer oder verwechselbar ähnlicher Name existiert — ein Unternehmen mit demselben Namen in einer anderen Stadt steht einer Eintragung dagegen meist nicht entgegen.
Wichtig ist die Grenze dieses Checks: Der Prüfungsumfang des Registergerichts erstreckt sich ausdrücklich nicht auf marken- oder wettbewerbsrechtliche Ansprüche Dritter. Ein Name kann im Handelsregister eintragbar sein und trotzdem eine fremde Marke verletzen. Viele IHKs bieten vor der eigentlichen Anmeldung eine kostenlose Vorabprüfung des Namens an, die genau diesen ersten Schritt absichert.
Marke — DPMA- und EUIPO-Recherche vor der Anmeldung
Das Deutsche Patent- und Markenamt stellt mit dem DPMAregister eine kostenlose, öffentlich zugängliche Datenbank aller angemeldeten, eingetragenen und gelöschten deutschen Marken bereit. Eine Identitätsrecherche — sucht der exakte oder fast identische Name schon als Marke? — lässt sich damit in wenigen Minuten selbst durchführen.
Der häufigste Anfängerfehler entsteht direkt danach: Kein exakter Treffer bedeutet nicht, dass der Name frei ist. Verwechslungsgefahr entsteht bereits bei ähnlich klingenden oder geschriebenen Marken in derselben oder einer benachbarten Branche, und genau diese Ähnlichkeitsrecherche erfordert juristische Einschätzung — professionelle Anbieter berechnen dafür ab etwa 400 Euro. Wer über Deutschland hinaus verkaufen will, sollte zusätzlich die EU-Marken-Datenbank eSearch des EUIPO prüfen, da eine deutsche Marke keinen Schutz in anderen EU-Ländern gibt.
Domain — Verfügbarkeit ist mehr als ein grüner Haken
Für die technische Verfügbarkeit einer .de-Domain liefert der Webwhois der DENIC die verbindliche Auskunft, ob eine Adresse schon registriert ist. Das ist aber ausschließlich eine Registrierungsauskunft, kein Rechtscheck: Eine freie Domain sagt nichts darüber, ob der Name markenrechtlich genutzt werden darf, und eine belegte Domain bedeutet nicht automatisch, dass der Inhaber irgendein Recht am Namen hat.
In der Praxis lohnt sich der Domain-Check parallel zur Markenrecherche, nicht danach: Wird erst die Marke geprüft und angemeldet und ist die passende Domain dann vergeben, bleibt oft nur ein Kompromiss aus Bindestrich, anderer Endung oder Namenszusatz. Wer beides gleichzeitig prüft, kann bei einem Konflikt noch zwischen mehreren Namensvarianten wählen.
Social-Media-Handles — der vierte, oft vergessene Check
Ein amtliches Register für Nutzernamen gibt es nicht; der Check läuft direkt auf den Plattformen, die für das eigene Geschäft relevant sind — üblicherweise Instagram, LinkedIn, X und TikTok. Weil jede Plattform ihre eigene Suche und eigene Regeln für Namensänderungen hat, bleibt nur die manuelle Prüfung: den gewünschten Handle in der Suche und direkt als URL aufrufen (z. B. instagram.com/wunschname).
Ein besetzter, aber erkennbar inaktiver Account lässt sich bei eingetragener Marke über die Melde- und Streitverfahren der jeweiligen Plattform zurückfordern — das ist jedoch langwieriger und unsicherer, als den Handle vor der Namenswahl einfach mitzuprüfen und bei Bedarf sofort zu sichern.
Typische Fehler und was die Prüfung kostet
Der häufigste Fehler ist die Reihenfolge: erst die Firma ins Handelsregister eintragen lassen, Visitenkarten und Website bauen — und erst danach feststellen, dass der Name als Marke bereits vergeben ist. Der zweithäufigste ist, eine einzelne freie Domain oder ein leeres Google-Ergebnis mit einem vollständigen Rechtscheck zu verwechseln.
Die Kosten der Eigenrecherche sind überschaubar: Handelsregister- und DPMA-Identitätsrecherche sind kostenlos, ebenso der Domain- und der Social-Media-Check. Kosten entstehen erst bei der eigentlichen Anmeldung — eine notarielle Handelsregisteranmeldung liegt meist bei 150 bis 300 Euro, eine nationale Markenanmeldung beim DPMA ab 290 Euro für eine Klasse, eine EU-Marke beim EUIPO ab 850 Euro — und optional bei einer professionellen Ähnlichkeitsrecherche ab etwa 400 Euro, wenn der Name für die Marke besonders wichtig ist.
Häufige Fragen zur Firmennamen-Prüfung
Ist ein Firmenname automatisch geschützt, wenn ich ihn im Handelsregister eintrage?
Nur teilweise. Das Registergericht prüft vor allem, ob am selben Ort schon ein identischer oder verwechselbar ähnlicher Firmenname eingetragen ist, nicht aber marken- oder wettbewerbsrechtliche Ansprüche Dritter. Ein eingetragener Firmenname genießt zwar als Unternehmenskennzeichen einen gewissen Schutz, das ersetzt aber keine Markenrecherche bei DPMA und EUIPO.
Reicht die DPMA-Recherche ohne Treffer, um sicher zu sein?
Nein. Eine Identitätsrecherche im DPMAregister zeigt nur exakte oder fast identische Treffer. Verwechslungsgefahr entsteht aber schon bei ähnlich klingenden oder geschriebenen Marken in derselben Branche, und die findet man nur mit einer professionellen Ähnlichkeitsrecherche. Kein Treffer bei der eigenen Suche heißt deshalb nicht automatisch, dass der Name frei ist.
Muss ich eine Marke anmelden, um meinen Firmennamen zu schützen?
Nicht zwingend, aber ohne Markenanmeldung bist du auf den schwächeren Schutz als Unternehmenskennzeichen beschränkt, der meist nur dort greift, wo du tatsächlich geschäftlich aktiv bist. Eine eingetragene Marke schützt bundesweit und lässt sich einfacher durchsetzen, kostet dafür ab rund 290 Euro bei einer nationalen Anmeldung.
Was, wenn die Domain schon vergeben ist, aber der Name im Handelsregister frei ist?
Das kommt häufig vor, weil Handelsregister, Markenamt und Domain-Registrierung drei getrennte Datenbanken ohne Bezug zueinander sind. Eine belegte Domain zwingt oft zu einer Variante wie einem Bindestrich, einer anderen Endung oder einem Zusatz — das sollte vor der endgültigen Namenswahl geprüft werden, nicht erst nach der Handelsregisteranmeldung.
Wie teuer ist eine vollständige Namensprüfung insgesamt?
Die Eigenrecherche in Handelsregister, DPMAregister und bei der Domain-Vergabestelle ist kostenlos und dauert wenige Minuten. Eine professionelle Ähnlichkeitsrecherche beim Markenanwalt kostet ab etwa 400 Euro, eine nationale Markenanmeldung beim DPMA ab 290 Euro, eine EU-Marke beim EUIPO ab 850 Euro. Eine Domain kostet je nach Endung meist zwischen 5 und 20 Euro im Jahr.
Sollte ich zuerst die Domain oder zuerst die Marke prüfen?
Zuerst die Marke, dann die Domain: Ein Name kann eine fremde Marke verletzen, obwohl die passende Domain noch frei ist, und ein Rebranding nach der Markenanmeldung ist deutlich teurer als eine reservierte, aber ungenutzte Domain. In der Praxis lohnt es sich trotzdem, beides in einem Rutsch zu prüfen, bevor der Name irgendwo öffentlich verwendet wird.
Diese Seite ist ein allgemeiner Ratgeber und keine Rechtsberatung. Sie ersetzt keine individuelle Prüfung durch einen Marken- oder Rechtsanwalt; insbesondere die Einschätzung von Verwechslungsgefahr bei einer Ähnlichkeitsrecherche erfordert juristische Fachkenntnis.